Willkommen in der Welpenstube.
Alphabetisch aufgelistet finden Sie hier die einzelnen Würfe der letzen Jahre mit Fotos abgebildet.
Wie sehen die Elterntiere aus oder die Geschwister? Auf den nachstehenden Seiten stellen wir Ihnen Vater und Mutter im Bild vor. Und, Sie können die neugeborenen Welpen in ihren einzelnen Entwicklungsphasen
mitverfolgen: Von der ersten Lebensminute an bis hin zum erwachsenen Hund. Durch die vielen Fotos erleben Sie, wie schnell aus dem winzigen blinden und tauben Welpen ein aufgeweckter Quirl wird, der neugierig seine Umwelt erkundet.
Von
Woche zu Woche verändern die Welpen ihr Aussehen und ihre Aktivitäten, seien Sie dabei, wenn es heißt: Es sind Welpen da.
Die ersten Lebenswochen sind entscheidend.
Die Sozialisation des Hundes ist die Grundlage für ein harmonisches Zusammenleben zwischen Zweibeinern und Vierbeinern. Ein schlecht oder
gar nicht sozialisierter Hund
hat große Schwierigkeiten, sich in bestehende Gesellschaftsform zu integrieren. Unter Umständen reagiert er aggressiv oder ängstlich auf unbekannte Personen, Kinder und andere Tiere. Plötzlich auftretende
Geräusche verunsichern ihn, alle neuen Situationen werden als Bedrohung empfunden.
Wer einen wesensfesten und zufriedenen Hund ein Eigen nennen möchte, sollte bereits die ersten Prägungsphasen des Welpen nutzen. Das zukünftige Wesen
des jungen Hundes ist keinesfalls genetisch vorprogrammiert: Sein Umfeld, seine Kontaktpersonen, die Erziehung, individuelle Erfahrungen und natürlich die Sozialisation bestimmen seine Entwicklung im erheblichen Maße mit.
Hundewelpen durchlaufen verschiedene Entwicklungsphasen:
Die neonatale Phase. Mit der Befruchtung der Eizelle wird er genetische Rahmen festgelegt, innerhalb dessen sich der entstehende Organismus entwickeln kann.
Dies gilt nicht nur für seine äußere Erscheinung, sondern auch für das Verhalten.
Verhalten kann sich einerseits nur aufgrund der genetisch fixierten Anlage entwickeln. Auf der anderen Seite findet von der Sekunde der Geburt an eine Wechselwirkung zwischen Welpe und Umwelt statt.
Anfangs sind die Verhaltensweisen, die ein Welpe zeigt, mehr oder weniger streng genetisch fixiert. Dazu gehören die pendelnde Suchbewegung mit dem Kopf um eine
Zitze zu finden, oder der typisch quäkende “Hilfeschrei”, wenn der Welpe isoliert, also ohne Körperkontakt zur Mutter oder den Wurfgeschwistern ist.
Außer dem Schlafen, Saugen, Wachsen und Ausscheiden findet in diesen ersten
beiden Lebenswochen scheinbar nichts statt. Aber die Welpen können von Anfang an warm und kalt unterscheiden, zeigen Schmerzreaktionen und reagieren trotz verschlossener Ohrenkanäle auf laute Geräusche mit Schreckreaktionen.
Die Konsolidierungssphase: Im großen und ganzen kann der Zeitraum zwischen dem 14. und 21. Lebenstag als Konsolidierungsphase bezeichnet werden. In diesem
Abschnitt erhält der Welpe mehr und mehr Möglichkeiten, mit seiner Umwelt in Kontakt zu treten. Gegen Ende der zweiten zu Beginn der dritten Lebenswoche hin öffnen sich beim Welpen die Augen und Ohrkanäle. Bis der Welpe visuelle und
auditive Reize aus seiner Umgebung aber gut verarbeiten kann, braucht es bis zum Ende der dritten Lebenswoche. Erst dann erhalten diese Umweltreize eine Bedeutung
für den Welpen. Hinsichtlich seiner motorischen Fähigkeiten bekommt der Welpe mehr und mehr Übung. Gegen Ende dieser Phase kommt es zu ersten kontrollierten Bewegungsabfolgen sowie zu selbstständigen und lokalisierten Harnen und Koten.
Der Weg zur “Stubenreinheit” wird gelegt: Die Prägung auf den Untergrund beim Ausscheiden - d.h. welchen Boden er als Welpe und später als Erwachsener am liebsten unter seinen Pfoten spürt, während er Harn und Kot absetzt. Denn diese
Vorliebe bleibt ein Leben lang bestehen.
Auch nehmen die Aktivitäten der Welpen zu, die Schlafperioden werden kürzer und die Welpen fangen an miteinander zu spielen.
Die Sozialisierungsphase: Zu Beginn der vierten Lebenswoche haben sich die
motorischen Fähigkeiten auffällig verbessert. Soziale Interaktionen mit der Mutter und zwischen den Wurfgeschwistern nehmen schlagartig zu. Die Neugier der Welpen ist groß, und sie reagieren massiv auf Umweltreize.
Jetzt finden wesentliche Differenzierungsprozesse im Gehirn statt. Jeder Welpe kommt mit einer bestimmten Anzahl von Neuronen im Gehirn auf die Welt. Diese
Nervenzellen sind untereinander bereits vielfältig vernetzt (jedes Neuron kann bis zu 10 000 Kontakte haben).
In der Sozialisierungsphase werden nun die Kontakte stark und stabil, die für die
Auseinandersetzung mit der Umwelt nötig sind, weil sie bestimmte Informationen verarbeiten helfen und darüber Lernen ermöglichen, oder bestimmte Verhaltensäußerungen wie z. B. Kommunikation mit Artgenossen ermöglicht. Je
mehr Neuronen stabil miteinander vernetzt werden, desto leistungsfähiger wird das Gehirn des Welpen und damit sein gesamter Organismus. Der Welpe kann besser lernen und kommt mit den Umweltreizungen besser zurecht und ist variabler in
seinem Verhalten. Je mehr Umweltreize der Welpe in dieser Sozialisierungsphase kennenlernt und verarbeitet, um so mehr stabile Kontakte werden ausgebildet. Das Problem dabei ist aber, dass sich nicht benötigte Kontakte zurückbilden - unter
Umständen unwiderruflich! Die Qualität und die Quantität der in der Sozialisierungsphase erfahrenen Umwelteindrücke bildet also das Referenzsystem heraus, welches bei allen späteren Entscheidungen im Leben dieses Hundes als
Vergleich herangezogen werden wird.
Fehlen Umweltreize kommt es zu Entwicklungsstörungen. Diese können unter Umständen nicht wieder rückgängig gemacht werden. Um ein normales, artgerechtes Sozialverhalten zu entwickeln, benötigt der Welpe in dieser Phase die entsprechenden Umweltsignale. Die sozialen Gesten wie Zähne zeigen oder Ohren nach hinten anlegen sind dem Hund zwar angeboren, aber die Fähigkeit, diese beim Sozialpartner zu erkennen und darauf korrekt zu antworten aber nicht. Genau dieses Lernen wird als Sozialisation bezeichnet. In dieser Phase speichert der Welpe alle Lebewesen, denen er begegnet positiv oder negativ, so wie der Kontakt ausfiel, ab. Gleiches gilt für unbelebte Umweltreize (z. B.: Geräusche oder optische Eindrücke im Straßenverkehr usw.) Alles was der Welpe in dieser Phase nicht kennen lernt, wird später bei ihm zunächst einmal Angst auslösen. Angst ist eine negative Emotion. Aber Welpen lernen, auch mit Angst umzugehen. Aus Angst kann man weglaufen, angreifen, erstarren oder soziale Demutsgesten zeigen. Jede dieser Verhaltensweisen muss der Welpe üben, um sie später als erwachsener Hund im entsprechenden Kontext richtig zu zeigen.
In der 4. und 5. Lebenswoche tritt bei den Hundewelpen erstmals ein aggressives Verhalten auf. Es hat keinen speziellen Auslöser, richtet sich gegen die
Wurfgeschwister und wird allein durch deren Anblick provoziert. Es ist wichtig, dass in dieser Phase diese aggressiven Interaktionen stattfinden. Nur so kann der
Welpe den richtigen Gebrauch seiner “Waffen” lernen, mehr oder weniger auf deren Einsatz zu verzichten. Die Dominanz- und Unterwerfungsgesten werden hierbei geübt. Nur im Beißspiel mit den Wurfgeschwistern kann die Beißhemmung trainiert
werden. Der Welpe lernt, dass es Folgen hat, wenn er seine Zähne zu stark in die Haut eines anderen bohrt. Dieser wird schreien, eventuell zurück beißen und/ oder
das Spiel beenden. Es ist nicht nett gebissen zu werden und es ist nicht schön, wenn auf einmal niemand mehr mit einem spielt. So lernt der Welpe, seine Zähne richtig einzusetzen.
Fazit:
Grobe Behandlung der anderen führt zum eigenen Nachteil, eine wichtige Lektion!
Hunde züchten heißt Verantwortung übernehmen!
